Klima Campus Blog: Über den Klimawandel in der Schule sprechen

BNE & Klimabildung: Über den Klimawandel in der Schule reden

Der Klima Campus bietet multimediale Lernreisen zum Klimawandel, insbesondere zum Natürlichen Klima-und Meeresschutz. Doch was gilt es zu beachten, wenn Lehrende im Unterricht über den Klimawandel sprechen? Erfahre hier, wie Lehrende Klimabildung in der Schule praxisnah vermitteln können.

Kinder nehmen früh Informationen über den Klimawandel auf – sei es durch Gespräche in der Familie, über Medienberichte oder in der Schule. Doch sich mit der Klimakrise zu beschäftigen, kann überwältigen oder Angst machen. Deshalb ist es umso wichtiger, das Thema altersgerecht zu vermitteln.

Denn der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, und die Schule spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie ist nicht nur ein zentraler Lernort, sondern auch ein Raum für Austausch über Sorgen und Ängste sowie über mögliche Lösungen. Lehrende können dazu beitragen, Ängste zu nehmen und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Doch wie kann Klimabildung im Unterricht konkret aussehen, und welche Methoden helfen, das Thema altersgerecht zu behandeln?

1. Warum ist Klimabildung in der Schule so wichtig?

Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der sich das Klima messbar verändert: Wetterextreme nehmen zu, Arten sterben aus und Lebensräume von Tieren und Menschen werden bedroht. Die Klimakrise ist längst Realität und wird sich weiter zuspitzen. Kinder und Jugendliche müssen darüber informiert werden, auch weil sie diejenigen sind, die später einen eigenen Beitrag leisten werden – im besten Fall einen positiven.  

Ein wesentlicher Baustein ist dabei das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), das Schüler:innen dazu befähigt, selbst aktiv zu werden und nachhaltige Lösungen mitzugestalten. Schulen sind essentiell, da sie das Wissen über den Klimawandel vermitteln und gleichzeitig Handlungskompetenzen fördern. Die Vereinten Nationen haben dies 2015 mit der Agenda 2030 bekräftigt. Sie umfasst 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), darunter:

  • Hochwertige Bildung für alle (SDG 4)
  • Zugang zu sauberem Wasser (SDG 6)
  • Nachhaltige Energie für alle (SDG 7)
  • Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13)


Der Klimawandel bedroht auch diese Ziele. Deshalb ist es wichtig, Schüler:innen mit fundierter Klimabildung zu erklären, was es mit dem Klimawandel auf sich hat, wie sich die Welt dadurch verändert und welchen Einfluss sie selbst haben.

2. Wie spricht man mit Schüler:innen über den Klimawandel?

Die Herausforderung bei der Klimabildung liegt darin, eine Balance zwischen der meist niederschmetternden Faktenlage und Zuversicht zu finden. Denn angesichts der Negativtrends und Hiobsbotschaften kann es leicht passieren, Ohnmacht zu fühlen und Lösungen aus den Augen zu verlieren.

Dabei ist die Lage nicht hoffnungslos. Denn wir können immer noch etwas tun, um die Folgen der Klimakrise abzumildern. Es geschieht auch längst global – und zwar im großen Stil und jenseits von Pilotprojekten. Beispiele finden sich auf unserem Blog im Bereich Good News. Auch diese positiven Entwicklungen gilt es den Schüler:innen zu vermitteln.

Praktische Tipps für eine erfolgreiche Klimabildung:

Die Klimakrise ist komplex, für Erwachsene und umso mehr für Kinder und Jugendliche. Es ist wichtig, sie nicht zu überfordern. Inhalte zum Thema sollten daher altersgerecht aufbereitet und entsprechend vereinfacht werden. Kleineren Kindern hilft eine bildhafte Sprache oder Sinneserfahrungen. Für sie muss nicht die Komplexität des Klimawandels vermittelt werden, es reichen allgemeine Zusammenhänge. Für alle Altersgruppen gilt es, Alltagsthemen aufzugreifen und lebensnahe Bezüge zu schaffen. Dadurch können die Kinder und Jugendlichen verstehen, was sie konkret in ihrem Alltag tun können.

Es empfiehlt sich, den Klimawandel sachlich und lösungsorientiert zu vermitteln. Das heißt aber nicht, aufkommende Emotionen der Schüler:innen zu missachten. Im Gegenteil: Das Reden über Klimaemotionen hilft dabei, sie zu verarbeiten und in konstruktive Handlungsimpulse zu verwandeln. Psychologists for Future haben hier weitere Empfehlungen gesammelt.

Es ist wichtig, Schüler:innen zu zeigen, welchen Beitrag sie leisten können. Selbstwirksamkeit kann Gefühlen von Ohnmacht und Verdruss entgegenwirken. Gleichzeitig sollte klar gemacht werden: Die Verantwortung liegt nicht beim Individuum – die großen Weichen in Sachen Klimaschutz muss die Politik stellen.

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3. Didaktische Anregungen für den Unterricht

Gerade wegen der Schwere und Komplexität des Themas und damit Klimabildung nicht abstrakt bleibt, ist ein multimedialer Lehransatz hilfreich. Eine Kombination aus digitalen Tools, interaktiven Methoden und praktischen Erfahrungen lockert den Stoff auf und kann Schüler:innen motivieren, dabei zu bleiben und ihr Verständnis zu vertiefen.

Digitale Kurse und interaktive Tools nutzen

Unsere digitalen Lernreisen bieten eine spannende Möglichkeit, sich mit der Klimakrise interaktiv auseinanderzusetzen. Wir setzen auf eine Mischung aus Text, interaktiven Grafiken und Videos. Am Ende jedes Kurses bekommt jede*r Schüler*in ein Batch als Anerkennung. Digitale Batches sind eine Möglichkeit, Wissen und Kompetenzen sichtbar zu machen – auch außerhalb der Schule.

Digitale Lernangebote bieten Abwechslung und machen das Thema Klimawandel anschaulich. Erklärvideos eignen sich besonders, um die komplexen Inhalte altersgerecht zu erklären. Ein Beispiel ist das Video „Fossile Energien & Klimawandel“, das Studierende der Leuphana Universität Lüneburg speziell für Grundschüler:innen konzipiert haben. 

Auf Plattformen wie „Umwelt im Unterricht“ des Bundesumweltministeriums, dem Bildungsportal des Umweltbundesamts, “School for Earth” von Greenpeace oder den Lernangeboten des WWF können Lehrende zahlreiche Lehrkonzepte, Materialien und Arbeitsblätter finden.

Interaktive Lernmethoden für den Unterricht

Aktive Beteiligung fördert das Verständnis von Inhalten und erhöht die Motivation. Zudem fördern sie kritisches Denken. Besonders wirkungsvoll für Bildung für nachhaltige Entwicklung sind zum Beispiel:

Spielerische Aktionen wie „Die fleischlose Brotdose“ (bei der Schüler:innen für einen Tag bewusst auf tierische Produkte im Pausenbrot verzichten) oder der „Aufräum-Champion“ (bei dem sie aktiv Müll im Schulumfeld sammeln und sortieren) fördern kritisches Denken und sensibilisieren für nachhaltiges Handeln.

Theaterpädagogische Ansätze helfen, Perspektivwechsel zu ermöglichen. Beispielsweise das Stück „Die Kohlenstoffis“ von Theater Mimekry veranschaulicht den Kohlenstoffkreislauf spielerisch und eignet sich hervorragend für den Unterricht.

Persönliche Naturerfahrungen tragen besonders stark zur Entwicklung eines umweltfreundlichen Bewusstseins bei. Deshalb sind Exkursionen, Umweltprojekte und außerschulische Lernorte wertvolle Ergänzungen zum Unterricht. Ein Beispiel ist das „Klimafrühstück“, das nachhaltige Ernährung mit Klimabildung verbindet. Dabei lernen Schüler:innen, wie sich ihr Konsumverhalten und die Wahl von Lebensmitteln auf das Klima auswirken – ganz praktisch anhand regionaler, pflanzlicher Lebensmittel. Der Verein kate e. V. bietet dazu einen didaktischen Leitfaden für Grundschulen sowie einen Materialkoffer zur Ausleihe an. 


4. Nachhaltigkeit in der Schule fördern und erlebbar machen

Schulen zählen zu den größten Energieverbrauchern der öffentlichen Hand. Jede Schule hat aber auch die Möglichkeit, den Wandel aktiv voranzutreiben. Nachhaltigkeit sollte dabei nicht nur Thema im Unterricht sein, sondern auch im Schulalltag gelebt werden. Es lohnt sich zu schauen, wo man Energie effektiver nutzen, Ressourcen einsparen oder klimafreundliche Alternativen nutzen kann.

In konkreten Projekten können Schüler:innen dann nachhaltige Veränderungen erarbeiten und in Klimaschutzprojekten und Schulinitiativen umsetzen. Sie können so einen aktiven Beitrag leisten, den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren – und erfahren Nachhaltigkeit aus eigener Hand. Das zeigt ihnen, dass ihr Handeln Wirkung hat:

Schüler:innen finden Energiefresser in der Schule und entwickeln gemeinsam Lösungen, um Strom und Heizenergie zu sparen. Ergebnis können Bewegungsmelder auf Fluren sein, ebenso wie sparsame LED-Beleuchtung oder vielleicht sogar eine Photovoltaikanlage auf dem Schuldach. 

Selbst angebautes Obst und Gemüse fördert das Verständnis für nachhaltige Ernährung, Saisonalität und Biodiversität.

Mit kleinen Initiativen können Schüler:innen Plastik- und anderen Müll in der Schule reduzieren. Dazu kann das Aufstellen von Mülleimer mit besserer Mülltrennung gehören, aber auch gemeinsame Clean-Ups auf dem Schulhof.

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5. Kooperation mit Umweltorganisationen und Initiativen

Schulen müssen nicht alleine handeln – es gibt zahlreiche Organisationen, die sie bei der Klimabildung unterstützen können. Umweltverbände, Aktivist:innen und Förderprogramme bieten wertvolle Ressourcen und praktische Ansätze für den Unterricht.

1. Einladen von Aktivist:innen und Expert:innen

Der Austausch mit Aktivist:innen und Expert:innen kann Schüler:innen inspirieren und motivieren, selbst aktiv zu werden. Sie zeigen Schüler:innen, dass es Menschen gibt, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen – und dass auch sie ein Teil einer größeren Bewegung sein können:

  • Fridays for Future: Aktivist:innen können für Podiumsdiskussionen, Projektarbeiten oder Workshops eingeladen werden. Viele FFF-Gruppen haben spezielle Bildungsangebote für Schulen.
  • Scientists for Future: Wissenschaftler:innen dieser Initiative bieten Vorträge und Diskussionen zu verschiedenen Klimathemen an – wissenschaftlich fundiert und altersgerecht aufbereitet.
  • Germanwatch-Klimaexpedition: Mit Satellitenbildern veranschaulichen Expert:innen in Schulen die globalen Auswirkungen des Klimawandels und regen zur Diskussion an.

2. Kooperation mit Umweltverbänden und Stiftungen

Auch viele Umweltorganisationen bieten Workshops, Lehrmaterialien oder finanzielle Unterstützung für Lehrende. Auf unserer Seite finden sich einige Organisationen, die verschiedene Formate für Schulen anbieten. Weitere Formate gibt es beim BUND, Greenpeace und der WWF Schülerakademie 2°Campus.

3. Teilnahme an Klimaschutzwettbewerben

Auch Wettbewerbe können eine spannende Möglichkeit sein, Bildung für nachhaltige Entwicklung zu vermitteln:

  • Energiesparmeister-Wettbewerb: Hierbei können Schulen ihre Klimaschutzprojekte einreichen und Geldpreise sowie Unterstützung für weitere Maßnahmen gewinnen.
  • Bundesumweltwettbewerb: Dies ist ein Wettbewerb der ScienceOlympiaden, bei dem Schüler:innen kreative und wissenschaftlich fundierte Lösungen für Umweltprobleme entwickeln und dafür deutschlandweit Aufmerksamkeit erhalten können.
  • Jugend forscht – Umwelt & Technik: Ein weiterer Wettbewerb, bei dem Schüler:innen eigene Forschungsprojekte zu Klima- und Umweltthemen entwickeln können.

Fazit: Klimabildung als Chance für die Zukunft

Klimabildung ist einer der wirksamsten Hebel im Kampf gegen die Klimakrise. Lehrende spielen eine entscheidende Rolle dabei, junge Menschen mit Bildung für nachhaltige Entwicklung auszustatten und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Mut zu machen. Klimabildung gibt ihnen das Wissen und die Werkzeuge, um ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.