Klima geht durch den Magen

Wusstest du schon, dass dein Essen ziemlich eng mit der Klimakrise verbunden ist? In Zusammenarbeit mit Natalie Reichelt (vegan_fuers_klima), nachhaltige Köchin und Autorin, schauen wir etwas genauer auf unsere Teller!

Kann dein Essen die Welt retten?

Wir finden: ja! Denn etwa ein Drittel aller menschengemachten Treibhausgas-Emissionen weltweit stammen von der Nahrungsmittelproduktion. Und ja, beinahe 8 Milliarden Menschen zu ernähren ist ein ganz schönes Unterfangen- aber das ist ganz schön viel.

Stell dir vor, alle anderen Emissionsquellen würden heute wegfallen. Alle Flüge, Autos, Züge – die gesamte Industrie steht plötzlich still. Die Nahrungsmittelproduktion allein würde unser gesamtes CO2-Budget bis 2100 aufbrauchen! Ob wir unter 1.5°C oder 2°C bleiben ist also eine Frage unserer Ernährung.

Legen wir mal Deutschland auf die Waage: Unsere gewohnte Ernährung erzeugt pro Kopf fast genau so viele klimaschädliche Gase wie der Bereich der gesamten Mobilität! (öffentliche Infrastruktur ausgenommen)

Not all food is created equal

Entscheidend sind die Art des Lebensmittels und dessen Herstellung, Verarbeitung, Transport und Aufbewahrung. Hier gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen pflanzlichen und tierischen Produkten.

Methan macht Muuh!

Hast du schonmal von pupsenden Kühen gehört? Besonders an ihnen ist, dass sie Methan enthalten. Methan ist ein Treibhausgas, das ganze 21x wirkungsvoller als CO2 ist (mehr darüber kannst du übrigens in unserem Deep Dive Klima 1×1 lernen!). Vergleichen wir mal die Wirkung von einer einzigen Kuh in einem Jahr mit der eines Autos:

Hättest du das gedacht? Eine Kuh ist in einem Jahr fast doppelt so klimaschädlich wie ein Auto, mit dem du 10.000km fährst. Damit könntest du etwa von Wien nach Dubai und wieder zurück fahren.

Das war noch nicht alles

Es hört nicht bei Treibhausgasen auf: Es verstecken sich noch viele weitere Ressourcen auf deinem Teller. Schauen wir uns die mal genauer an!

Diese Ressourcen zu vermeiden ist leider fast unmöglich. Auch durch regionales Einkaufen lassen sich z.B. die Emissionen kaum verringern- Tatsächlich stammen nur 0,5 bis 2% der gesamten Emissionen von Rindfleisch vom Transport.

Etwas muss sich ändern!

Unsere Weltbevölkerung wächst immer weiter. Die Vereinten Nationen erwarten bis 2036 9 Milliarden und bis 2057 ganze 10 Milliarden Menschen auf unserer Erde. Und um alle satt zu bekommen werden bis 2050 um die 50 bis 70% mehr Nahrungsmittel benötigt.

Dabei ist unsere Nahrungsmittelproduktion jetzt schon ein Problem! Durch den erhöhten Bedarf wird es nur noch schlimmer.

Was können wir tun?

Vegan, regional, saisonal – kennst du schon? Es klingt so simpel und das ist es auch! Denn bei einer pflanzlichen Ernährung landet dein Essen ohne Umwege über das Tier auf deinem Teller. Das entlastet unsere Umwelt und schont wertvolle Ressourcen. Zusätzlich kannst du noch mehr Impact durch eine regionale und saisonale Ernährung erreichen. (Psst: @vegan_fuers_klima hat einen Saisonkalender, mit dem das richtig einfach wird!)

Von Heute auf Morgen? Nee.

So eine plötzliche Umstellung ist für die meisten nicht realistisch. Probiere dich doch mal an
einer pflanzlichen Mahlzeit pro Tag und versuche, dich weiter zu steigern. Damit kannst du viel verändern!

Denn schon ein Tag macht richtig viel aus:

Let’s go!

Ihr wollt anfangen, euch mehr pflanzlich zu ernähren und damit dem Klima etwas Gutes tun?

Bei @vegan_fuers_klima, mit der wir für diesen Beitrag zusammengearbeitet haben, findet ihr saisonale Rezepte und spannende “Facts and Hacks”. Sie hat sogar ein Buch geschrieben- In ihrem Kochbuch “Vegan fürs Klima” findet ihr noch mehr Infos. Statt Nährwert-Tabelle übrigens immer mit Anzeige der CO2-Emissionen!

Und: Informiere dich weiter über den Klimawandel und werde aktiv. Dein Engagement ist unfassbar wertvoll! Denn jedes bisschen trägt dazu bei, unseren Planeten zu schützen und eine gerechtere, nachhaltigere Zukunft zu schaffen. Fang gleich heute damit an!

Für kleinere Anstöße im Alltag schaut auch gerne auf unserem Social Media vorbei. 

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