Auf einer großen Betonfläche sitzt eine kleine Assel und sagt nein.

Abpflastern! Unter dem Beton…

Was ist Bodenversiegelung?

Für Wohnen, Arbeiten und Verkehr benötigen wir immer mehr Platz. Diese Flächen werden bebaut und der Boden wird betoniert, asphaltiert oder gepflastert. Dadurch wird der Boden versiegelt. Das heißt, es findet kein Austausch mit Luft und Wasser mehr statt.

Als Folge geht das vielfältige Bodenleben verloren und damit auch viele wichtige Funktionen, die Böden erfüllen.

Boden ist eine begrenzte Ressource

Aber Boden ist eine begrenzte Ressource und viele Lebewesen und ganze Ökosysteme sind auf gesunde Böden angewiesen. Nicht zuletzt brauchen wir Böden für das Pflanzenwachstum und die Produktion von Nahrung. Deshalb ist es wichtig, Böden zu schützen und darüber hinaus Versiegelungen aufzubrechen!

Illustration einer Sanduhr mit Erde und Lebewesen.

Die Versiegelung von Flächen hat viele Folgen:

  • Bodenleben: Ohne Luft und Wasser können Bodenorganismen nicht überleben. Es gibt keinen Stoffaustausch und keine Nährstoffzufuhr durch Pflanzen.
  • Boden als Kohlenstoffspeicher: Unter der Versiegelung gibt es keinen oder kaum Austausch zwischen Boden und Luft und keine Humusbildung. Das heißt, der Oberboden kann weniger Kohlenstoff speichen.
  • Grundwasser: Auf versiegelten Flächen kann Regen kaum versickern. Dadurch entsteht weniger neues Grundwasser – mit Folgen für die Trinkwasserversorgung. In Deutschland stammen rund 74 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser
  • Starkregen und Hochwasser: Auf versiegelten Flächen kann Regen nicht versickern und fließt direkt in die Kanalisation. Bei Starkregen führt das schnell zu Überlastungen – vor allem in Städten. Aber auch in ländlichen Gebieten können Flüsse nach starken Regenfällen über die Ufer treten und Hochwasser verursachen.
  • Hitze in Städten: Je mehr Flächen versiegelt sind, desto stärker heizen sich Städte auf. Denn Beton und Asphalt speichern viel Wärme. Grünflächen sind wichtig, damit Regenwasser versickert. An heißen Tagen kühlen diese Fläche die Umgebung durch Verdunstung.

Klimaanpassung durch Entsiegelung

Die Versiegelung von Böden beeinflusst den Wasserhaushalt und das Klima. Besonders in dicht besiedelten Gebieten braucht es Entsiegelung und Begrünung, um besser vor Hitze, Starkregen und Hochwasser geschützt zu sein.

Ein Projekt, das Menschen und Kommunen motiviert, Boden wieder freizulegen, heißt „Abpflastern“. Es ist ein deutschlandweiter, freundschaftlicher Wettbewerb für Anwohner:innen und Kommunen. Böden werden von Pflastersteinen und Asphalt befreit. Auf der Website findet ihr Anleitungen und Beispiele für Engagement in verschiedenen Städten.

Versiegelung stoppen!

Versiegelung zu entfernen, kostet Geld und oft bleiben Reststoffe wie Beton im Boden. Geschädigte Böden erholen sich nur sehr langsam – die Bildung einer fruchtbaren Bodenschicht kann Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern. Auch deshalb ist es wichtig, keine neuen Flächen zu versiegeln.

In Deutschland werden aktuell täglich rund 51 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsfläche neu ausgewiesen. Ein großer Teil davon wird versiegelt. Die Bundesregierung will den täglichen Flächenverbrauch bis 2030 auf 30 Hektar reduzieren und bis 2050 keine zusätzlichen neuen Flächen verbrauchen („Netto-Null-Flächenverbrauch“).

Mehr dazu

  • Collage: Regenwurm und Löffel mit Erde mit dem Text: Boden? Unsere Lebensgrundlage!
  • Collage mit Sonnentau, Gummistiefel und Schriftzug: Arbeiten im Moor?!
  • Bagger auf einer Moorbaustelle. Im Hintergrund eine Menschengruppe.