Collage: Regenwurm und Löffel mit Erde mit dem Text: Boden? Unsere Lebensgrundlage!

Bodenlos unterschätzt! 

Gesunde Böden sind unsere Lebensgrundlage

Böden sind viel mehr als die Fläche unter unseren Füßen – sie sind unsere Lebensversicherung. Sie haben viele Fähigkeiten, die für uns und andere Lebewesen wichtig sind: Sie speichern und filtern Wasser, halten große Mengen Kohlenstoff fest und bilden die Grundlage für das Pflanzenwachstum und damit für unsere Nahrungsmittelproduktion.

Gleichzeitig ist der Boden das artenreichste Ökosystem unseres Planeten. In einem Teelöffel Boden leben mehr Mikroorganismen als Menschen auf der Erde. – Das Zusammenspiel der Lebewesen im Boden ist entscheidend, damit der Boden alle wichtigen Funktionen erfüllt.

Trotz ihrer zentralen Bedeutung sind Böden weitgehend aus unserem Bewusstsein verschwunden: Viele Menschen haben heute kaum noch direkten Kontakt zum Boden. Gleichzeitig finden viele der wichtigen Prozesse im Boden im Verborgenen statt. Auch die meisten Lebewesen im Boden sind mikroskopisch klein und für uns nicht sichtbar. – Gerade weil Böden im Verborgenen arbeiten, übersehen wir leicht, wie wichtig sie sind.

Boden als Grundlage des Pflanzenwachstums und der Nahrungsproduktion

Mehr als 90 Prozent unserer Nahrung wachsen im Boden. Das heißt auch: Ohne fruchtbare Böden gäbe es kein Pflanzenwachstum und keine Nahrung für Menschen und Tiere. Wir sind auf fruchtbare Böden angewiesen.

In Deutschland wird rund die Hälfte der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt. Gleichzeitig trägt gerade die intensive Landwirtschaft dazu bei, dass Böden geschädigt werden: zum Beispiel durch Überdüngung, Pestizide, schwere Maschinen und einseitigen Anbau.

Die Grafik zeigt, dass 90% unserer Nahrung im Boden wächst.

Böden speichern und filtern Wasser

Böden spielen eine entscheidende Rolle für unseren Wasserhaushalt. Sie nehmen Regenwasser auf, speichern es und stellen es Pflanzen zur Verfügung. Besonders Böden mit viel organischem Material (Humus) können große Mengen Wasser aufnehmen. Durch diese Fähigkeit mindern sie zum Beispiel das Risiko für Hochwasser.

Die oberen Bodenschichten aus Humus, Mineralboden und Gestein wirken wie ein natürlicher Filter: Sie halten Schadstoffe zurück und bauen viele von ihnen ab. Schadstoffe gelangen so nur in geringem Ausmaß ins Grundwasser. Auf diese Weise trägt der Boden wesentlich dazu bei, dass unser Grundwasser sauber bleibt. In Deutschland stammt ein Großteil, etwa 70 Prozent, unseres Trinkwassers aus Grundwasser.

Grafik mit Wasserflasche und Bodenprofil.

Böden als Kohlenstoffspeicher

Nach den Meeren sind Böden der zweitgrößte Treibhausgas-Speicher der Erde und damit zentral für den Klimaschutz.Dieser Speicher funktioniert vor allem dank der Humusbildung. Abgestorbene Pflanzenteile werden von Bodenorganismen zerkleinert und zersetzt und durch Mikroorganismen umgebaut. Dabei entsteht Humus.

Im Boden enthaltener Humus, also abgestorbenes organisches Material, besteht zu ca. 60 Prozent aus Kohlenstoff. Ein gesunder Boden wirkt als CO₂-Senke. Wird er jedoch gestört, übernutzt oder zerstört, kann er große Mengen Kohlenstoff wieder freisetzen.

Boden als Lebensraum

Der Boden ist eine wahre Schatzkiste der Biodiversität. Etwa 59 Prozent aller Arten leben im Boden. Damit ist der Boden das artenreichste Ökosystem der Erde. Die Bedeutung von Bodenlebewesen wurde lange unterschätzt: Sie sind es, die dafür sorgen, dass das Ökosystem Boden funktioniert und organisches Material abgebaut und in Humus umgebaut wird.

Der Boden ist so auch für Landlebewesen extrem wichtig, weil er die Grundlage für die gesamte Nahrungskette bildet und damit auch die Grundlage für viele Land-Ökosysteme. Das heißt: Pflanzenwachstum auf dem Boden ermöglicht die Entstehung von Lebensräumen für viele weitere Arten. Zudem nutzen viele Tiere den Boden als Schutzraum, zum Beispiel zum Überwintern, für die Eiablage oder als Larvenstadium.

Die Grafik zeigt, dass fast 60 Prozent der Arten im Boden leben.

Boden neu entdecken!

Böden haben eine enorme Bedeutung für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie sichern unsere Ernährung, speichern Kohlenstoff und Wasser, filtern Schadstoffe, sind ein artenreicher Lebensraum und bilden die Grundlage für viele Landökosysteme. Gleichzeitig bilden sich Böden extrem langsam – wenige Millimeter können Jahrhunderte benötigen. Ein einmal geschädigter Boden lässt sich daher nur schwer oder gar nicht wiederherstellen. Es ist also höchste Zeit, genauer hinzuschauen.

In unserem Deep Dives kannst du die erstaunlichen Fähigkeiten von Böden entdecken und erfahren, warum Böden eine wichtige Rolle im natürlichen Klimaschutz spielen!

Bodenprofil mit Text: Deep Dive Böden

Deep Dive

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